Es gehört dazu und fühlt sich an wie sterben. - Stephanie Kempe

 

Es fühlt sich an wie Sterben und das ist völlig okay.

 

Schwach sein ist schlecht.
Verletzlich sein darf ich mir nicht erlauben.
Etwas nicht schaffen – unmöglich.
Aufgeben – niemals.
Alles im Griff haben – ein Muss.
Das Gesicht wahren – no matter what.
Den Fokus halten – natürlich.
Produktiv immer weiter wachsen – aber klar doch.
Ziele erreichen – sie werden abgearbeitet – wie warme Semmeln weggehen.

 

Entwicklung.
Für starke Frauen.
Oft innerlich verletzte Frauen.
Sich im tiefsten inneren nach Liebe und Sanftheit sehnende Frauen.
Sie sind nicht bedürftig. Keine Opfer.
Sie sind wissend, verbunden spürig, manchmal am Rande des Wahnsinns.
Oft Heiler, Coaches, Leader, Therapeuten, Unternehmer, „Wegbegleiter“ und „Brückenbauer“.

Und dennoch – müssen sie ab und zu loslassen.

Im Außen oft „High-Achiever“, charismatisch, anziehend, in ihren Augen könnte man versinken – im Innen auch teils zu Tode betrübt. Nicht wissend. Verloren.

Und geben dennoch nicht auf.

 

Bewusstseinserweiterungen. Innere Wachstumsschübe.

Es gibt ein Bild dazu. Die Raupe im Kokon. Diese Verwandlung – auch Metamorphose genannt passiert immer wieder – und in diesen Momenten ist es DUNKEL. SCHWARZ. Man glaubt den Verstand zu verlieren.
Diese Erfahrungen passieren meist dann – wenn wir sie „anscheinend“ am Wenigsten gebrauchen können. Dennoch – wir packen es.
Alles wird in Frage gestellt. Man glaubt nicht verstanden zu werden.
Niemandem kann man sich anvertrauen – wie auch – in diesem Moment braucht es keine Lösungen. Braucht es keine Ratschläge. Braucht es keine Besserwisserei.

Was braucht es? RAUM. Damit Vakuum entstehen kann. In diesem Vakuum gibt man sich vertrauend hin. Lässt sich fallen. Öffnet sich. Glaubt zu sterben. Weiß nur noch, dass man nichts weiß.
Diese Phasen sind echt heftig.
Mehrere durfte ich schon erleben.
Mittendrin – wünschte ich mir oft, man möge mich einliefern, suchend ringe ich nach Lösungen.
Haben wir derzeit eine besondere Sternenkonstellation?
Was ist mit dem Mond?
Erleben wir derzeit starke elektromagnetische Einflüsse?

Ich drehe grad durch. Ich greife zu Alkohol am Abend.
Für ein paar Tage.
Es ist ein weglaufen.
Anfangs scheint dies eine gute Lösung.
Womöglich Selbstschutz, da ich ansonsten den Verantwortungen nicht gut genug nachkommen würde.
Weiter geht´s mit Fressattacken.
Habe das Gefühl –
ICH HABE DIE KONTROLLE.

Verzweifelt blicke ich in den Spiegel. Fuck. Was zum Geier ist hier los. Ich bin am Boden zerstört.
Doch da – dieser Klang in meinen Ohren. Die Kinder. Sie singen…
„Meine Mami, das ist Sonnenklar, kenn ich schon seit ich ein Baby war…
Meine Mami ist mir niemals fremd, ob im Abendkleid oder im Hemd, Meine Mami, …“

Diese klaren – liebenden – urteilsfreien Augen. Sie erinnern mich.
Alles ist gut. Dreh dich nicht im Kreis. Hör auf die Starke zu spielen.

Es steht wieder was an.

Nein sage ich zum Alkohol. Ja zu Baldrian. Er lässt mich schlafen. Loslassen. Die Gedanken ruhen.
Diese Phase scheint kein Ende zu nehmen.
Was ist nur los?

Ich hasse es, wenn ich jammere. Ich hasse es, wenn ich urteile, Schwarz sehe. Undankbar bin. Leide.

Wie begann es diesmal?
Gefühle kamen auf – Neid, Eifersucht und Wut.
Auf eine Frau im Außen, der ich vertraut hatte. Ich fühle mich verraten. Und spüre so viel Wut – zerstörerische Energien.

Ich spüre diese Gefühle. Möchte sie aber nicht. Nicht weil ich unbedingt ein „Liebe-Licht-Mensch“ sein will, sondern weil ich weiß, sie richten sich im Endeffekt gegen mich – und auf Verbitterung habe ich keine Lust.

Ich möchte frei sein davon.
Ich atme. Sitze in der Sonne.
Komplimente von Anderen höre ich zwar – kann sie aber nicht annehmen. Dankesworte freuen mich – doch ich spüre sie nicht.

Ich bin im Moment abgeschnitten von mir.

Etwas in mir – möchte sich zeigen. Durchdringen. Sich lösen. Doch noch halte ich fest.
Lass los Baby. Lass los Baby. Lass los Baby. Nein ich kann nicht – jetzt nicht. Doch es zwingt mich in die Knie.

Ich muss lachen. Ich halte es nicht mehr aus.
Etwas will sich befreien.
Ich setze mich hin und schaue „Verstehen sie Spaß.“
Ich lass es raus – es wird leichter – doch gleichzeitig spüre ich den Schmerz in meiner Brust.
Ja – komm hoch – du darfst. Ich lache weiter.

Der Alltag holt mich wieder ein. Ein paar weitere Tage vergehen.
Ich spreche mit niemandem darüber – ich übe mich in Eigenverantwortung. Warum beharre ich so darauf, es für mich zu erleben? Da ich ansonsten Gefahr laufe, anderen etwas an den Kopf zu werfen –was ich nur projizieren würde. Um es aufzulösen – gibt es nur den einen Weg durchs Feuer. Und ich gehe ihn.
Ich kann das für mich auflösen. Ich weiß es.

Wieder setze ich mich in die Sonne. Und spreche ganz sanft. Werde ganz ruhig. Ruhend in mir. Ich übergebe es. Bitte nimm es. Ich weiß nicht mehr wie ich damit umgehen soll. Es frisst mich auf. Ich möchte loslassen. Bitte gib mir ein Zeichen. Zeige mir den Weg.

Ich schaue auf meine Hand. Betrachte sie. Irgendwie schimmert sie. Eine Ameise sitzt darauf.

Ameise bedeutet Wandlung. Ihre Botschaft lautet:
„Feuer, Flamme, Licht. Ich lasse zu, dass das violette Feuer der Wandlung mich befreit. Ich nehme meinen Platz im großen Ganzen ein. Das Feuer in mir brennt warm in meinem Herzen.“

Wie passend. Atmen. Tief Atmen. Tief Atmen. Tief Atmen.

Loslassen. Nichts überstürzen.

Wieder BIN ich einfach. Der Kieferbereich wird weicher. Die Verbissenheit zieht. Ich sitze da – und spüre wie meine Haut prickelt. Alles ganz offen. Empfänglich. Unglaublich verletzlich. Sanft. Fein. Ich spüre soviel.
Wie komme ich damit klar? Was ist das. Wie soll ich damit umgehen? Wo führt das hin?

Ich schlafe – gut. Und tief. Ich werde wach.
Tiefer Frieden.
Entspannung.
Ruhe.

Drehe mich zur Seite und schmiege mich an meinen Mann. Ich berühre ihn und staune, wie sanft und gelöst meine Finger über seine Haut streicheln.
Meinen Kopf lehne ich an seinen Rücken. In Gedanken sage ich:

„Danke, dass es dich gibt.“
„Danke, dass du mir 2 so wundervolle Kinder geschenkt hast.“
„Danke, dass du tust was dir möglich ist.“
„Danke, dass du mich lässt.“
„Danke, dass ich so viel erfahren darf, neben dir.“
„Danke, dass du keinen Druck auf mich ausübst.“

Irgendwie hat sich mein Erkennen verändert.

Ich bin wieder da. Tiefer in mir angekommen. Im Moment. SEHE die Kinder. Erkenne auf einem noch tieferen Level. Gehe bewusster.

Und wieder mal bin ich gestorben und erwacht.
Die Welt dreht sich weiter.
Mein Gesicht ist noch mein Gesicht.
Nur ich bin freier. Es ist gut. Eine Erfahrung reicher.
Sie macht mich sanfter. Liebevoller. Weiter.
Alles ist gut.

Auf die Situation, welche vorher soviel Wut und Neid aufbrachte schaue ich gelassen.
Alles gut.
Es zeigt mir auf, was für mich wichtig ist und was nicht.
Jedem das seine.
Jeder hat sein Päckchen.

Alles ist gut.
Ich bin am Leben.
Auch wenn nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist.
Im Nachhinein ist es immer leichter – mittendrin ist es ein Sterben.
Und hier können nur all jene mitreden, die dies auch erfahren haben und mutig immer wieder zulassen.
Und genau dir möchte ich sagen – Du schaffst das.

Schau auf Dich.
Gib dich hin.
Es wird leichter.
Du wächst. Erfährst.
Deine Augen funkeln danach noch mehr.
Dein Lachen wird weiter.
Dein Gang ähnelt dem von Kindern.
Weil du transformiert hast – ein weiteres Päckchen in deinem Rucksack.

Sei stolz auf dich.
Danke dir. Deinem Sein.

Immer und immer wieder.
Nimm dich an. Liebe dich. Sei sanft zu dir.
Übe dich in „Hoponopono“ (Es tut mir leid – bitte verzeih mir – danke – ich liebe dich)
Es geht immer weiter.
Bleib dran. Und schau auch da drauf, was jetzt Anders ist.
Möglicherweise sind die Veränderungen so sanft, dass man sie kaum erkennt, doch es ist etwas anders. Ganz ganz sicher. Du hast es wieder mal geschafft.
Neue Kraft kommt wie von selbst – aus deinem Inneren. Und mit dieser geht es weiter. Genieße dich und deinen Weg.
Hör auf eine „Expertin“ sein zu wollen – strebe die Meisterschaft an – dies bedeutet –
„Mensch“ zu bleiben – nicht alles besser zu wissen – weiter zu lernen.
Um besser zu dienen.

 

Alles Liebe...

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