Der weibliche Weg zum Erfolg

Ein Gastartikel von Gwynnefer Sylvia Kinne.
Was bedeutet eigentlich “dranbleiben”? Laut Duden ist “dranbleiben” ein Verb und bedeutet “an jemanden, etwas bleiben”. Aber was bedeutet es konkret für uns Frauen?

Die Leistungsgesellschaft als Antreiber

Spontan assoziiere ich nur negative Dinge mit diesem Wort. “Dranbleiben” klingt für mich nach Leistungsgesellschaft – die fordert, dass wir immer an allem dranbleiben und das wir uns was schämen sollten, wenn es nicht so ist. Vor allem denke ich bei dranbleiben an die übersteigert leistungsorientierte Schulbildung, deren Ausmaß ich bei meiner Tochter, die gerade ihr Abitur gemacht hat, sehe.

Vor meinem inneren Auge kommt mir das Bild von einem Ausdauerlauf während meiner Schulzeit. Ich starte ganz motiviert in meinem Lauf und renne mit einem ganz guten Tempo los. Nach etwa zwanzig Minuten aber lässt meine Energie nach und ich werde langsamer. Die anderen rennen in ihrem hohen Tempo weiter. Sie rennen nun vor mir her und ich hänge hinterher. Ich habe ein angespanntes Gefühl in mir. ‘Dranbleiben, du musst dranbleiben’. Ich denke, dass die anderen vermeintlich besser sind als ich und zweifle an mir und meiner Leistungsfähigkeit. Zweifel und Frust setzen ein. Ich gebe mir Mühe und strenge mich unheimlich an. Ich möchte gut sein, weil es darauf eine Zensur gibt, das heißt ich werde für meine Leistung bewertet.

Doch am Ende zählt es nicht, wie schnell oder langsam ich laufe. Wichtig ist, dass ich dranbleibe. Das ich weiterhin glaube, dass ich es – in meinem Tempo – schaffen kann. Nur wenn ich glaube, dass ich es schaffen kann, werde ich es auch schaffen. Dranbleiben hat also immer etwas damit zu tun, ob und wie intensiv ich an mich und/oder meine Vision glaube. Nur wer hinter einer Sache steht, wird diese auch durchziehen und erfolgreich sein. Sich mit dem Tempo anderer zu messen bringt nur Frust und macht unglücklich.

Dranbleiben in Beziehungen

Eine weitere Sache, bei der man dranbleiben muss, ist eine Beziehung. Meine beiden Töchter haben ihre Partner schon sehr früh in ihren Leben kennengelernt. Besonders in diesem Alter ist es wichtig dranzubleiben – zwischen Schule, Familie und Hobbies Raum und Zeit für die gemeinsamen Stunden zu finden. Aber auch in reiferen Jahren ist es wichtig seinen Partner nicht aus den Augen zu verlieren. Zu einer Beziehung gehören immer zwei Menschen, die ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Wünsche und ihre eigenen Vorstellungen mitbringen. Bleibt man in einer Beziehung nicht am Ball, verfällt man schnell in den Alltagstrott und findet sich schneller als man denkt in einer unglücklichen Partnerschaft oder Ehe. Auch wenn es nervig, kindisch oder unreif erscheint, müssen besonders wir als Frauen immer wieder nachhaken und eben dranbleiben – unsere Männer werden so schnell nicht von alleine über ihre Gefühle reden.

Wachstum braucht Zeit

Als Expertin für kraftvolle Weiblichkeit baue ich nun auch die Metapher einer Schwangerschaft an dieser Stelle ein. Stell dir vor, du bist eine Frau, die freudvoll im Leben steht, du hast einen guten Job, du führst eine erfüllte Beziehung und deine Freizeit steht dir frei zur Verfügung. Du hast deine Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Umgebung. Aber dann kommt der Wunsch nach einem Kind. Und wie man immer so schön sagt: Gedanken werden Dinge. Mit deinen Gedanken setzt du einen kraftvollen Samen. Du hast Bilder, Träume und Hoffnungen davon, wie es einmal sein wird mit Kindern in deinem Leben. Du trägst eine machtvolle und große Vision in dir. Deine erste Handlung ist vielleicht die Pille abzusetzen oder prinzipiell keine Verhütungsmethode mehr zu benutzen. Bis sich dein neuer Gedanke hinein in deine Gefühle, dein Verhalten und deine Umgebung verdichtet, vergeht  Zeit.

Und dann ist es soweit: Du bist schwanIMG_5440ger. Dein neues Lebensziel wird damit bestätigt. Die Freude ist übergroß und du brauchst Zeit, bis du es wirklich glauben kannst. Deine Gefühle und dein Verhalten verändern sich. Am Anfang reagierst du vielleicht noch mit Angst oder Verwirrung. Neues Leben wächst in dir heran; du bist sanft und entschlossen deiner Vision zu folgen. Du weißt, dass eine Schwangerschaft neun Monate dauert, alles seine Zeit zum Wachsen und Gedeihen braucht. Du zweifelst das gar nicht an oder kämpfst dagegen. Du hast ganz natürlich den Fokus auf das neue Leben in dir. Dir ist klar, welche Vorbereitungen die Geburt benötigt, um das Baby willkommen zu heißen. Schritt für Schritt erledigst du alles, was das Kleine braucht.


Bei schwangeren Frauen kann man ganz wunderbar beobachten, wie sie sich selber mit Verständnis und Mitgefühl begegnen. Es gibt Tage, da genießt du das Wunder und es gibt Tage, da willst du den dicken Bauch nicht mehr, weil du dich nicht bewegen kannst, wie du willst. Du kannst nachts nicht mehr schlafen, weil du nicht mehr weißt wie du liegen sollst und Rückenschmerzen hast.
Im Geburtsvorbereitungskurs hast du das richtige Atmen gelernt. Du erinnerst dich in diesen Momenten daran und atmest tief ein und lässt deinen Schmerz los. Genauso machst du es während der Geburt. Du weißt, alles, was du wirklich besitzt ist, dieser eine unbegreifliche Augenblick. In deiner Annahme von dem was ist, verändert es sich.

Ist dir das Dranbleiben in diesem Fall schwergefallen? Ich denke eher nicht. Das hat auch in diesem Fall wieder etwas mit der Zielsetzung zu tun. Dranbleiben fällt uns nur dann schwer, wenn uns etwas aufgezwängt wird, wir es nicht wollen oder die Art und Weise wie etwas passiert keine Freude bereitet. Aber wenn wir etwas von ganzem Herzen wollen, dann bleiben wir dran – auch wenn wir zweifeln.

Deine Bedürfnisse

Eines unserer essentiellen Bedürfnisse laut George Häusel ist das Bedürfnis nach Abenteuer. Du verlässt deine Komfortzone und wächst daran. Du hast in jedem Moment Bedürfnisse, die sich durch Gefühle bemerkbar machen. Leben ist neugierig. Leben will wachsen. Das Abenteuer Leben stimuliert dich, bei deiner Suche nach deiner Individualität und Einzigartigkeit. Vergiss bei allem Pflichtbewusstsein und aller Disziplin nicht, dass deine persönlichen Bedürfnisse auch ihre Berechtigung haben. Klar, gib dein Bestes, aber gib dir selbst auch davon ab.

Fakt ist, dass man nur dranbleiben kann, wenn man sein Ziel nicht aus den Augen verliert, also eine hohe Willenskraft aufbringt.

Schlaflose Nächte, weil deine Kinder krank sind, trainieren deine Willenskraft. Das wird in dem Buch „Die Macht der Disziplin“ von Roy Baumeister und  John Tierney sehr ausführlich und wissenschaftlich belegt. Der Ausdauerkünstler David Blaine erklärt, dass die Willenskraft ein Muskel ist, den man trainieren kann. „Wenn sie Ihr Gehirn dazu bringen, sich kleine Ziele vorzunehmen und umzusetzen, dann hilft Ihnen das, auch größere Dinge zu erreichen.“

Dranbleiben kannst du also trainieren. Folge zuerst deine Intuition. Das Ganze muss einen Sinn in deinem Leben haben. Daraus wächst deine Vision. Fühle Deine Begeisterung und Ekstase! Und dann breche sie auf kleine Ziele herunter. Kleine, machbare Ziele sind der Schlüssel zu deinem Erfolg und deinem Dranbleiben.

Über mein Dranbleiben erfährst du hier mehr:
http://die.kraftvolle-weiblichkeit.de/meine-erfolgsgeschichte/

Über die Autorin

Gwynnefer_Profil

Gwynnefer Sylvia Kinnes Arbeitsweise ist die integrale Lebenspraxis. Ein Steckenpferd ist die Arbeit mit Bedürfnissen nach Hans-Georg Häusel. Sie hilft Frauen zu erkennen, was in ihnen steckt.

Homepage  –  www.kraftvolle-weiblichkeit.de

Facebook Fanpage  –  https://www.facebook.com/Gwynnefer

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